Daten und Namen - Lazarus Orden - Großballei Österreich

Logo
Direkt zum Seiteninhalt

Daten und Namen

Der Lazarus Orden

Daten und Namen zur Ordensgeschichte

1098 schließen sich Kreuzritter der Gemeinschaft der „Spitalsbrüder des hl. Lazarus vor den Mauern Jerusalems“ an und pflegen mit ihnen gemeinsam Leprakranke.
1120 wird Boyand Roger, der Rektor des Hospitals von Jerusalem, zum Vorsteher der Spitalsbrüder des hl. Lazarus gewählt.
1142 Erste Erwähnung des Aussätzigen-Hospitals des hl. Lazarus in Jerusalem. Es liegt im Norden der Stadt vor dem St. Lazarus-Tor.
1144 Errichtung eines Konventsgebäudes des hl. Lazarus in Bethanien als Stiftung von Prinzessin Yvette, der Tochter König Balduins II. von Jerusalem, durch Königin Melisande.
1154 schenkt König Ludwig VII. von Frankreich den Brüdern des hl. Lazarus die Besitzung von Boigny in Frankreich (Boigny ist bis heute Sitz einer hoch geachteten Kommende).
1159 gewährt König Heinrich II. von England und Herzog der Normandie, den „Rittern und Brüdern des hl. Lazarus eine große Stiftung“.
1185 wird das Kloster des Lazarus-Ordens in Seedorf in der Schweiz gegründet. Der Überlieferung nach ist der von Aussatz befallene König Balduin IV. von Jerusalem an der Gründung beteiligt.
1187 erobert Sultan Saladin Jerusalem und große Teile des Heiligen Landes. Der Lazarus-Orden verliert seinen gesamten Besitz in Jerusalem, sein Spital, seine Kirche und sein Kloster, eine Mühle und Grundbesitz in der Nähe des Ölbergs, ebenso seine Besitzungen in Nablus, Tiberias und Askalon. Zahlreiche Lazarus-Ritter kommen bei den Kämpfen ums Leben.
Um 1190 wird auf der Insel San Lazzaro in Venedig ein Hospital des Lazarus-Ordens für Leprakranke errichtet. Die Kirche wird dem Hl. Leo dem Großen geweiht.
1191 besiegt König Richard I. Löwenherz von England mit seinem Kreuzfahrerheer bei Arsuf das Heer Sultan Saladins. Der Lazarus-Orden etabliert sich in Akkon, errichtet dort ein Spital, ein Konventsgebäude und eine Kirche; und er übernimmt von den Templern die souveräne Herrschaft über ein Stadtviertel im Norden.
1229 Gründung der Kommende des Lazarus-Ordens in Gotha.
1244 Ritter des Lazarus-Ordens kämpfen in den Schlachten von Gaza und La Forbie.
1250 Lazarus-Ritter erwerben sich in den furchtbaren Schlachten von Damiette und Mansurah unsterblichen Ruhm.
1253 hebt Papst Innozenz IV. die Bestimmung auf, wonach der Großmeister des Lazarus-Ordens ein Aussätziger sein muss.
1254 kehrt König Ludwig IX. von Frankreich von seinem Kreuzzug mit zahlreichen Rittern des Lazarus-Ordens nach Frankreich zurück.
1256 anerkennt Papst Alexander IV. den Orden des Heiligen Lazarus und stellt ihn unter die Augustinerregel.
1257 nehmen Lazarus-Ritter ihre Tätigkeit im „Sundersiechenhaus“ zu St. Lazarus in Wien-Erdberg (3. Gemeindebezirk) auf.
1264 bestätigt Papst Urban IV. die Privilegien des Lazarus-Ordens.
1265 geht die Stadt Caesarea mit Besitzungen des Lazarus-Ordens für die Kreuzfahrer verloren.
1267 weiht Bischof Peter von Passau gemeinsam mit Kardinallegat Guido die Kirche des Lazaretts zu St. Hiob „am Klagpaum“ in Wien.
1287 Die Aufnahme von Frauen in den Lazarus-Orden wird gestattet.
1288 Der Ordensbesitz in Boigny wird zur Baronie erhoben.
1291 Ritter des Lazarus-Ordens sind am Endkampf um den Besitz der Festung Akkon beteiligt, wobei fast alle ihr Leben verlieren. Nach dem Verlust von Akkon, dem letzten Stützpunkt der Christen im Heiligen Land, verlässt der Lazarus-Orden Palästina und verlegt seinen Sitz zuerst nach Zypern, dann nach Sizilien und schließlich nach Boigny in Frankreich.
1308 nimmt König Philipp IV. von Frankreich den Lazarus-Orden unter seinen Schutz. (Das ununterbrochene Protektorat der französischen Könige endet erst 1830.)
1313 Gründung der Kirche des Lazarus-Ordens in Meiringen (Schweiz).
1429 kämpfen Ritter des Lazarus-Ordens im Heer von Jeanne d’Arc bei der Schlacht von Orléans.
1489 übergibt Papst Innozenz VIII. die italienischen Besitzungen des Lazarus-Ordens in Capua und die Besitzungen des Ordens vom Heiligen Grab den Johannitern.
1556 Einführung des achtspitzigen grünen Kreuzes als Zeichen des Lazarus-Ordens.
1572 übergibt Papst Gregor XIII. die sizilianischen Besitzungen des Lazarus-Ordens dem Orden des hl. Mauritius und überträgt dem Herzog von Savoyen, Emmanuel Philibert, die erbliche Meisterwürde. Der vereinigte Orden der Heiligen Mauritius und Lazarus nimmt von da an eine eigene Entwicklung. Zunächst wird er zum Schutz der Küste des Kirchenstaates gegen Übergriffe von Piraten eingesetzt. Später entwickelt sich daraus ein Hausorden der Dynastie der Herzöge von Savoyen und der Könige von Italien.
1578 Das Generalkapitel des Lazarus-Ordens in Frankreich stimmt der erweiterten Auf-nahmemöglichkeit in den Ritterstand auch für nichtadelige Bewerber zu.
1607 gründet König Heinrich IV. von Frankreich den Orden Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel, um einen Beweis seiner aufrichtigen Bekehrung zu geben, und ernennt 1608 den Großmeister des Lazarus-Ordens Philibert Marquis de Nerestang zum Großmeister des „Ordre militaire et hospitaliere de Saint-Lazare et de Nôtre Dame du Mont Carmel“, um dadurch das Verlöschen des Lazarus-Ordens zu verhindern. Papst Paul V. bewilligt die Vereinigung der beiden Orden im gleichen Jahr.
1664 und 1698 bestätigt König Ludwig XIV. von Frankreich die Privilegien des Lazarus-Ordens.
1722 bestätigt auch König Ludwig XV. von Frankreich unter der Regentschaft des Herzogs Philipp v. Orléans den Lazarus-Orden.
1767 und 1770 bestätigt König Ludwig XV. neuerlich den Lazarus-Orden.
1772 In der Bulle „Militarium Ordinum Institutio“ säkularisiert Papst Clemens XIV. den Lazarus-Orden, der damit einerseits seinen geistlichen Charakter verliert, andererseits kann von da an der Heilige Stuhl nicht mehr in die Ordensangelegenheiten eingreifen. Ab diesem Zeitpunkt erweitert sich der Kreis der Aufgenommenen. Neben Katholiken finden russisch-orthodoxe, evangelische und orientalische Christen Zugang zum Orden.
1774 wird verfügt, dass alle Ritter und Kommandeure des Lazarus-Ordens auf dem Mantel ein grünes achtspitziges Kreuz zu tragen haben.
1785 Aufhebung des Lazarus-Ordens in Österreich durch Kaiser Joseph II. und Schließung der drei ordenseigenen Siechenhäuser in Wien „am Klagpaum“, „bei St. Lazar“ (St. Marx) und „St. Johann in Siechenals“ (Alsergrund).
1791 wird der Lazarus-Orden in Frankreich – wie alle übrigen religiösen Institutionen – von der Pariser Nationalversammlung aufgehoben, alle seine Güter werden von der Regierung eingezogen. Der Großmeister begibt sich ins Exil nach Mittau in Russland. Es kommt zur Aufnahme von Zar Paul I. und Zar Alexander I. von Russland in den Lazarus-Orden.
1814 wird Ludwig XVIII. – 43. Großmeister des Lazarus-Ordens – König von Frankreich. Mit seinem Regierungsantritt legt er die Großmeisterschaft zurück und bleibt fortan Protektor des Lazarus-Ordens. Der Lazarus-Orden wird von nun an bis 1935 von einem Offiziersrat unter der Führung eines Generalleutnants geleitet.
1824 Nach dem Tode König Ludwigs XVIII übernimmt König Karl X. das Protektorat über den Lazarus-Orden.
1830 dankt König Karl X. von Frankreich ab, sein Nachfolger Heinrich V. (Herzog von Bordeaux und Graf von Chambord) geht ins Exil nach Österreich.
1841 übernimmt der melkitische (griechisch-katholische) Patriarch von Jerusalem Maximos III. für sich und seine Nachfolger das spirituelle Protektorat über den Lazarus-Orden.
1880 gründet der Hospitalier des Lazarus-Ordens, Comte Jules Marie d’Anselme de Puisaye, in Tunesien die „Association de la Croix Verte“ zur Hilfe für Verletzte und Kranke.
1902 wird der melkitische Erzbischof von Akkon, Msgr. Cyrill Ghea, Mitglied des Lazarus-Ordens, als Cyrill VIII. melkitischer Patriarch.
1910 wird in Paris wieder ein Kanzleramt des Lazarus-Ordens errichtet.
1916 stirbt Patriarch Cyrill VIII., nachdem er von der ottomanischen Regierung zum Tode verurteilt worden war, im Exil in Ägypten.
1919 wird Patriarch Demetrios I. gewählt und übernimmt nach dem Ende der ottomanischen Herrschaft in Palästina das Amt des Spirituellen Protektors des Lazarus-Ordens.
1925 tritt Patriarch Cyrill IX. die Nachfolge Demetrios’ I. an.
1927 kommt es zur offiziellen Konstitution der „Association Française des Chevaliers de Saint-Lazare“ nach französischem Recht.
1929 werden neue Statuten des Lazarus-Ordens beschlossen und veröffentlicht. Ordensmitglieder in führenden Rängen werden u. a. Kardinal Lienart, Bischof von Lille, Kardinal Hayes, Erzbischof von New York, und Msgr. Dubowski, Bischof von Łodz und Zytornec. Der Lazarus-Orden wird rasch von den Staatspräsidenten der Dominikanischen Republik, Haitis und Brasiliens anerkannt.
1930 übernimmt Don Francisco de Borbón y de la Torre, Herzog von Sevilla, im Rang eines Generalleutnants des Großmagisteriums die Leitung des Ordens.
1933 Anordnungen des Generalkapitels legen das bis heute gültige „Große Ordenswappen“ fest.
1935 wird Don Francisco, Herzog von Sevilla, zum 44. Großmeister des Lazarus-Ordens gewählt, nachdem dieses Amt seit 1814 vakant geblieben war.
1940 Anerkennung des Lazarus-Ordens durch die Regierung Spaniens. 1950 Anerkennung des Lazarus-Ordens durch die Regierung Boliviens.
1952 übernimmt nach dem Tode Don Franciscos von Sevilla dessen Sohn Don Francisco Enrique de Borbón y de Borbón zuerst als Generalleutnant und dann als 45. Großmeister die Leitung des Lazarus-Ordens.
1956 kommt es zur Absetzung Don Francisco Enriques. Die Generaladministration des Ordens wird nach Frankreich verlegt und Pierre de Cossé, Herzog von Brissac, wird zum Generaladministrator bestellt.
1962 Anerkennung des Lazarus-Ordens durch die „Commission Internationale d’Etudes des Ordres de Chevallerie“ unter dem Vorsitz des Herzogs von Edinburgh.
1963 Anerkennung des Lazarus-Ordens durch die Regierung Kanadas.
1967 ernennt das Generalkapitel Prinz Charles Philippe d'Orléans, Herzog von Nemours, Vendôme und Alençon zum 46. Großmeister. Der Hauptsitz des Ordens wird nach Boigny verlegt. Der Orden erhält eine neue Verfassung, die unter genauer Beachtung der geschichtlichen Entwicklung, der Traditionen, Regeln und Statuten ausgearbeitet ist.
1969 wählt das Generalkapitel Pierre de Cossé, Herzog von Brissac, zum 47. Großmeister des Lazarus-Ordens. Es kommt zu einer Spaltung des Ordens in die Oboedienzen von Paris und Malta.
1970 stirbt Großmeister Prinz Charles-Philippe. Vorübergehend leitet Prinz Michael von Frankreich die Ordensgeschäfte.
1973 übernimmt Don Francisco Enrique wieder die Funktion des Großmeisters der Oboedienz Malta.
1984 Konferenz mit dem Ziel der Wiedervereinigung der Obedienzen von Malta und Paris in Washington.
1986 Generalkapitel in Oxford. Wahl von François de Cossé, Marquis de Brissac, zum 48. Großmeister. Die Obedienz Malta proklamiert Don Francisco de Borbón y Escasany, Herzog von Sevilla, zum 48. Großmeister des Lazarus-Ordens.
2004 Generalkapitel in Toronto und in Blois: Wahl von Prinz Charles Philippe de Bourbon d'Orléans, Herzog von Anjou, zum 49. Großmeister des Lazarus-Ordens.
2007 Infolge gröbster Missachtung der geltenden Ordensverfassung werden Großmeister und seine Großoffiziere wird Prinz Charles Philippe im Februar 2007 abgesetzt – das Amt des Großmeisters ist wieder vakant. Die Leitung des Ordens wird, wie schon vor einhundert Jahren, wieder durch einen Offiziersrat wahrgenommen. Dieser Offiziersrat wird nach dem Ort seiner erstmaligen Konstituierung auch als „Norwich-Gruppe“ bezeichnet.
2008 Wiedervereinigung der Jurisdiktionen der Norwich-Gruppe mit dem sogenannten „United Order“, in welchem die Jurisdiktionen der ehemaligen Obedienz Malta im Jahr 2006 aufgegangen waren. Auf Generalkapiteln in Wien und Manchester wird S. E. Don Carlos Geréda de Borbón, Marquis de Almazán, zum 49. Großmeister des nun wiedervereinten Weltordens gewählt und in der Kathedrale zu Manchester von S. S. Patriarch Gregorios III. Laham in sein Amt installiert.
2016 Der Orden erhält durch die Gründung einer Stiftung nach spanischem Recht, mit Namen „International Foundation of Saint Lazarus of Jerusalem“, der alle Jurisdiktionen beigetreten sind, international anerkannten Rechtsstatus.
2017 Nach dem Rücktritt von Patriarch Gregor III. Laham wird Erzbischof Joseph Absi zu seinem Nachfolger gewählt. Auch er übernimmt als Patriarch die geistliche Patronanz über den Orden. Im selben Jahr stirbt Großmeister Carlos Geréda y de Borbón, Marques de Almazán.
2018 Don Francisco de Borbón Graf von Hardenberg wird zum 50. Großmeister gewählt.
------------------------------------------------
Weitere Information finden Sie auf der internationalen Homepage des Lazarus-Ordens

Zurück zum Seiteninhalt